Montag, 24. Oktober 2011

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Ich klingel.
Seine Mam kommt mir mit Lockenwicklern und entnervten Blick entgegen.Sie lacht und sagt."Ist oben."
Ich trapse schritt für schritt die Treppe hoch.Ich mach die tür auf und stoß erstmal voll gegen eine Leiter :D
Drauf stehen Tims Converse.
"Guck mal."Ruft er von weit oben.
Durch sein ganzes Zimmer spannt sich eine riesen Leine,an ihr baumeln an die 50 bilder von mir & ihm.und den ganzen kleinen Dorfkinder beim Bauen einer Riesen Stöckebude.
Markus lachend mit einen Kochtopf auf den Kopf rennt in die Kamera.
Wir alle bei einem riesen picknick im auf der großen alten bluhmen-Wiese.
Ich und markus unter Der Karierten Decke.
Tim,der Markus durch die Luft schleudert.
Titus,der einen Arm um Aline legt und seinen Kof in den Nacken schmeißt.
Ich und Tim im Tümpel mit hochgekrempelten hosen,und um uns Wasser spritzer.


Und dann.größer als alle anderen.Ich im Weizenfeld.Mysteriöses lächeln.wehende Haare.Hochgekrempelt Latzhose,braunes shirt und Federkette.

Was wird das.fragte ich,und gleichzeitig wusste ich,dass das seine art des abschieds war.
Du weißt es,sagt er.
Warum willst du nur zurück.
Da gehör ich hin.sagt er.
etwas trifft mich tief.
Er geht zurück nach Berlin.
Er konnte seine mam überzeugen,und ist nach den Herbstferien endgültig weg.
Ich konnte mich nichtmal richtig an ihn gewöhnen.
Er kam ohne sich anzukündigen.
Hatte immer gute Laune,lachte immer,seine Dreadlocks wehten immer im Wind.Immer dasselbe verschmitzte Grinsen,immer dasselbe Gefühl,von seinen Lippen auf meiner Wange.
Er hat nie wegen Irgendwas gefragt.
Er hat immer nur gemacht.


Wir gingen raus.
zusammen lagen wir an unserer Lieblingseiche und guckten in den dunklen Himmel.
"hier."sagt er,und reicht mir Das foto von uns beiden im Tümpel.Ich schaue es bedächtig an.
"Zerreiss es." 
Ich weiß,das widerspruch zwecklos ist.Irgendwann hat der Wind die schnipsel überall verteilt.
"Jetzt ist alles wieder so,wie es früher war.Ohne mich.als wäre ich nie dagewesen."sagt er,und grinst sein Tim-lächeln.Doch weiß ich im selben Moment,das nix mehr so sein würde wie früher.
Los,ich muss packen.
Er fährt mich mit seiner grünen schwalbe (alias "möhre") nach hause.


Irgendwann werd ich dich finden,sagt er.
Ich werde  ein reicher und berühmter Künstler sein.
Und dann heirate ich.
Dich.


Und dann ist er weg.
Abends fahre ich nochmal hin.
"keine Ahnung wo der Lümmel steckt",sagt mir seine mam.
Als ich durch diesen Fuck Regen zurückfuhr wurde mir mehr und mehr klar,das ich nix hatte.
Er hasste soziale online Communitys. 
Er würde bald wegziehen,und ich hatte keine Ahnung wohin.Berlin hat viele Internate.
Und wenn er unerreichbar sein will,ist er das auch,also kann ich zu ihm gehen sooft ich will.
Keine Handynummer,denn er meinte immer,Handys haben nur die Leute:
Die
a)sowas brauchen um sich wichtig zu fühlen und so ihr selbstwertgefühl in die Höhe zu puschen 
oder 
b)primitive Angeber,die sich keinen ordentlichen ipod leisten können. 
Mir wird mehr und mehr klar,dass ich nix tun kann,um ihn aufzuhalten.
dies war unser letztes Treffen.
Er war ein Freak.Was heißt Freak,er war einer der besondersten Menschen dieser Welt mit einer ganzen bezaubernden eigenartigen,und doch Total witzigen und lieben Art.Ich mochte ihn.Vielleicht mehr als mir lieb ist.

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